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Iai-jutsu und Xingyiquan – zwei praktische Konzepte

2020年07月27日(月)


Iai-jutsu und Xingyiquan sind zwei praktische
Konzepte. Die Namen sind Programme.

Das “jutsu” (術)”nach “Iai”(居合) bedeutet 
Kunst im Sinne von Technik oder Fertigkeit.
Das ”quan”(拳) in Xingyiquan bedeutet
Faust bzw. Boxen oder allgemein Kampfstil,
Kampf-Methode. Oft werden diese
Endungen auch weggelassen und die 
beiden nur einfach “Iai” oder “Xingyi” genannt.

”I “(居)”in “Iai “(居合) bedeutet “Sein”, und
zwar nicht “Sein” von Gegenständen sondern
Sein von Menschen oder Tieren.  Sein von
Dingen wäre im Japanischen “zai” (在) oder
“yu /  u” (有). In diesem Sinn bezeichnet “I”
hier also Sein im Sinn von Leben. Und “ai”
(合)heißt “passen” oder “entsprechen”.
So dass man Iai tatsächlich auch als “Dasein”
übersetzen kann.  Iai als Aktivität, Verhalten ist,
“iawaseru”, und das bedeutet, hat mir  Henmi
Shoichi, erklärt, im umgebenden Raum, der
Situation- also aufmerksam –  sein und ihr 
entsprechend
handeln bzw.  sich verhalten.
Sofort angemessen handeln heißt oft
verhindern, dass Konflikte entstehen oder
eskalieren. Konkret übt man im Hasegawa-
ryu Iai-jutsu, einen Angriff schon im Ansatz
durch im Schwertziehen auf den Schwertarm
des Gegners Schlagen zu beenden, ohne ihn
töten oder schwer verletzen zu müssen.

Xingyi bedeutet Form-Wille oder
Form,-Intention. ”Xing ”(形)ist Form, und
” I”(意)Wille, Intention.
Im Kontext bezieht sich “Form” hier auf sowohl
Körperhaltung bzw.  physische Aktion in einer
Konfliktituation als auch auf die (Form), in der
sich zwölf ausgewählte teils reale, teils mythische
Tiere(十二形)bewegen. Die Idee ist im
Xingyiquan die Bewgungen dieser Tiere
nachzuahmen, um sich auf diese Weise
deren Kampfinstinkt und kämpferische
Fähigkeiten anzueignen.

“Die Form ist der Inhalt”schreibt Nietzsche in
den Unzeitgemäße(n) Betrachtungen, und
das könnte auch ein Chinese wie Wang Yang
-ming geschrieben haben.

Wer nicht lebendig ist, ist tot, und Leben ist
ethymologisch verwandt mit Leib
und inhaltlich also verwandt mit Form.
“Inhalt” , Idee, Gedanke, wird real in- und
durch Form. Die Philosophen, die Wang
Yang-mings Gedanken in Japan vertreten
und entwickelt haben haben, sind hier
deshalb auch als “Jitsugaku “(実学)d.h.
“Realitäts-Schule” bekannt.

So will der Gedanke, Wille (意) von vornherein
geübt werden in Form(形), und so geübt  suchen
Ideen und Gedanken sich dann mehr und mehr
sofort zu realisieren.
Das im Japanischen Iai genannte angemessen der
Situation entsprechende Handeln setzt aufmerksame
Wahrnehmung des  Raums voraus, der einen im 
jeweiligen Moment umgibt.
Im Iai wird dieses Wahrnehmungsvermögen
geschult durch Üben mit dem Schwert, das man
zieht, um Angriffen im frühesten Stadium
zu begegnen. Bei Unachtsamkeit wird man
sich früher oder später selbst verletzen und ist
schon deshalb gezwungen, aufmerksam “jetzt
und hier” zu sein.
Im Xingyiquan wird dies ausgebildet durch
Stehen in  der “Drei-Körper-Stellung”, chinesisch
“Santishi”(三体式).  Die drei Körper sind Himmel,
Erde und der Mensch, der zwischen diesen steht
(nicht sitzt wie im Zazen), in einer Haltung, aus der
heraus er bereit ist zu handeln, wie bereit zum Sprung.

Zum Projekt Iaijutsu und Xingyiquan 





 

 

 

 

 

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